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Karrierenetzwerke: Wie reagiere ich auf Recruiting-Anfragen?

Berlin

Egal ob kurz nach dem Abschluss, glücklich im Job oder wechselwillig: Wer ein Profil in einem Online-Job-Netzwerk pflegt, bekommt dort womöglich Anfragen von Recruiting-Fachkräften oder Headhuntern. Nicht immer erschließt sich gleich, wer hinter der Anfrage steckt und für was man geworben werden soll. Wie geht man mit solchen Nachrichten richtig um?

«Meine Empfehlung ist, Anfragen von Personalberatern und potenziellen Arbeitgebern grundsätzlich anzuschauen und zu reagieren, selbst wenn man gerade nicht auf der Suche ist», sagt die Berliner Personalberaterin Kerstin Sarah von Appen. Denn selbst wenn die Kontaktaufnahme zum Zeitpunkt der Anfrage ungelegen kommt oder der angebotene Job uninteressant ist, könne die Vernetzung später hilfreich sein.

Auch unattraktive Angebote höflich ablehnen

Auch wenn die Stelle uninteressant ist oder der Berater unseriös wirkt, sollte man zumindest kurz und höflich ablehnen, sagt Julia Held vom Beratungsunternehmen Kienbaum.

Wer aber Interesse an einem Jobwechsel hat oder eine Position spannend findet, kann von Appen zufolge signalisieren, wann er oder sie Zeit für eine persönliche Kontaktaufnahme per Videoanruf oder Telefonat hat. So können Details zur Vakanz besser ausgetauscht werden.

«Sollte man wiederholt auf Stellen angesprochen werden, die wirklich gar nicht passen, kann ein Hinweis auf die eigene Ausrichtung und mögliche interessante Entwicklungsschritte hilfreich sein», so von Appen. Nicht nur aus diesem Grund sei es sinnvoll, das eigene Profil in Karrierenetzwerken auf dem aktuellen Stand zu halten und regelmäßig reinzuschauen.

Kontakte zu Headhuntern können wertvoll sein

Aber woher weiß man, ob eine Anfrage seriös ist oder nicht? «Allgemein gehaltene Anfragen ohne Anrede, ohne Bezug auf die beruflichen Schwerpunkte und ohne konkrete Angaben zu einer neuen Stelle, würde ich hinterfragen», sagt Olga Schwalbe von der Bundesagentur für Arbeit.

Es kann sich dann zum Beispiel um Anfragen von Personalberatern handeln, die lediglich ihre Datenbank mit Kontakten füllen wollen - ohne konkrete Mandate, sagt Jörg Albold, der ebenfalls bei Kienbaum als Berater tätig ist.

Ist der Recruiter seriös?

Außerdem ist es nicht verboten, einem Personalberater Fragen zu stellen, sagt von Appen. Zum Beispiel nach den Erfahrungen in der Branche. Oder danach, weshalb die Position aus Sicht des Beraters oder der Beraterin ein passender Entwicklungsschritt ist. Ein seriöser Personalberater gebe dazu Auskunft.

Generell gilt: Ein Blick auf die Webseite des Beratungsunternehmens kann Aufschluss darüber geben, ob die Anfrage seriös ist. Sollte die Seite einen guten Eindruck machen und Referenzen genannt werden, empfiehlt Held ein erstes Telefonat. Und erst wenn alles passt und anschließend eine Datenschutz-Erklärung unterzeichnet ist, sollte ein Lebenslauf an den Personalberater herausgegeben werden.

02.03.2022 / © dpa / Christoph Jänsch 

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